LUTHERKIRCHE
Provisorische Grundsteinlegung am 10. November 1983 – zum Gedenken an Martin Luthers Geburt vor 500 Jahren.
Grundsteinlegung am 20. Juni 1886.
Festgottesdienst zur Eröffnung der Lutherkirche am 4. April 1889.
Fast vollständige Zerstörung der Lutherkirche durch Bombenangriff am 12. März 1945.
1952 Beginn des Wiederaufbaus.
1. Advent 1954 – Festgottesdienst zur Wiedereinweihung der Lutherkirche.
1984-1995 Sanierung der Kirche.

  • 2010 Sanierung des 1. Teilabschnittes der denkmalgeschützen Zaunanlage
  • 2011 Pflasterung des Vorplatzes
  • 2012 Funktionserweiterung mit behindertengerechter WC-Anlage, Teeküche
  • 2012 Pflasterung des Platzes an der Hörder Semerteichstraße
  • 2012 Sanierung des 2. Teilabschnittes der denkmalgeschützen Zaunanlage

ADVENTKIRCHE
Grundsteinlegung am 18. April 1953.
Eröffnung der Adventkirche im Festgottesdienst am 13. Dezember, dem 3. Advent 1953.
Palmarum 2008 Entwidmungsgottesdienst.

DIETRICH-BONHOEFFER-HAUS
Grundsteinlegung am 12. Juni 1967.
Eröffnung des „Gemeindezentrums“ im Rahmen einer Festwoche vom 3. bis 10. Februar 1968.
Palmarum 1995 erhielt das „Gemeindezentrum“ den Namen „Dietrich-Bonhoeffer-Haus“.
1. Advent 2008 Entwidmungsgottesdienst.
Abriss im Februar 2011.

FRIEDHOFSKAPELLE
Errichtung im Jahre 1954.
Umbau 1981.

 

 

Grußwort am 2. Advent – 07.12.2014 
125 Jahre Luther-Kirche Hörde | 60 Jahre Wiederaufbau

Superintendent Ulf Schlüter 

Der Mensch denkt, Gott lenkt, so, liebe Hörder Fest- und Jubiläumsgemeinde, so sagt es der Volksmund. Gern bemüht man den harmlosen Satz, wenn etwas schief läuft und so gar nicht nach Plan. Ruckzuck werden Künstlerpech und Missgeschick von manchen dann in diesen schönen Satz gepackt: Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Was mich betrifft: Ich wäre da vorsichtig – man muss schon wissen, wann er passt, der Satz.
Als die Hörder vor 125 Jahren, am 04.04.1889, in ihrer niegelnagelneuen Luther-Kirche zum ersten Mal Gottesdienst feierten – nach beinahe sechs Jahren Bauzeit, da waren sie zum einen vermutlich ebenso stolz wie Herr Eiffel auf seinen großen Turm von Paris, den man im gleichen Jahr eröffnete. Zum anderen aber werden die Hörder wohl ungefähr alle im Frühjahr 1889 einen Hauch von Ewigkeit geatmet haben. Wer eine Kirche baut, der rechnet nicht in Jahren, der plant nicht in Jahrzehnten, der baut und baute immer schon für Jahrhunderte, in gewisser Weise durchaus für die Ewigkeit.
Kein Mensch jedenfalls hätte im Ernst damit gerechnet, dass diese Kirche nur 56 Jahre später in Schutt und Trümmer fallen würde. Dass fliegende Maschinen eines Tages todbringende, Sprengstoff-gefüllte Behälter vom Himmel werfen könnten, war 1889 schlechterdings undenkbar. Passierte aber doch. 56 Jahre nur – was blieb, war eine Ruine.
Von wegen: Der Mensch denkt, Gott lenkt… Blödsinn.
Manches kriegen wir Menschen ja auch ganz alleine hin.
Die Geschichte, die vor 69 Jahren zur Zerstörung dieser Kirche führte, war eine Geschichte voller Verhängnisse, sie folgte einer mörderischen Logik. Mit nur einem einzigen, winzigen Detail lässt sich das illustrieren: Just in dem Jahr, als man hier in Hörde die Luther-Kirche feierlich eröffnete, gründete der Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein etwas ganz anderes: eine Aktiengesellschaft. Die Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik nämlich, kurz Rheinmetall in Düsseldorf. Waffen für das Deutsche Reich, das allein war Sinn und Zweck. Die furchtbaren Kriege des 20. Jahrhunderts waren gründlich vorbereitet, sie waren von langer Hand gelenkt und sie waren ganz nebenbei ein gigantisches Geschäft. Für manche jedenfalls. Der Mensch denkt – oft direkt Richtung Katastrophe.
Aber Gott lenkt, liebe Gemeinde, tatsächlich, das glaube ich, Gott lenkt – nur eben oft ganz anders, als wir es denken.
Es hätte reichlich Grund gegeben, hier in Hörde wie im ganzen Land und in weiten Teilen des Kontinents, nach dem 2. Großen Krieg, 1945, jeden Gedanken an eine Zukunft für immer dranzugeben. Beinah alles lag in Trümmern – man hätte leicht vor dem Schicksal kapitulieren, hätte für immer verzweifeln können. Flinte ins Korn, aus und vorbei, lass fahren dahin. Wie naheliegend wäre das gewesen – und oft frage ich mich, ob ICH in diesen Trümmerwüsten jemals wieder Mut und Zuversicht gewonnen hätte.
Neun Jahre lang haben dann viele hier in Hörde angepackt, aufgeräumt, Pläne geschmiedet, organisiert, Steine gepickt und Balken gesichert, Spenden gesammelt und Spenden gegeben, malocht, gerackert, geschuftet – alles, um diese Kirche eben doch, wider alle Wahrscheinlichkeit, aus Ruinen zu errichten, solange, bis sie wieder fertig war, November 54.

Wer hätte das gedacht.
Was mich betrifft, ich habe keinen Zweifel: DA hat Gottes guter Geist gelenkt und gewirkt, tatsächlich, hat Menschen, manche von Ihnen sind heute hier, in den Dienst genommen, in Bewegung gebracht und begeistert. Ich bin gewiss: Ohne solche Begeisterung wäre diese Kirche auch heute noch ein Trümmerfeld.
Dazu, liebe Gemeinde, dazu möchte ich Ihnen heute an diesem Festtag im Namen des ganzen Kirchenkreises vor allem anderen gratulieren: Zu den Hörder Menschen, die damals vor sechs, sieben Jahrzehnten diesen Wiederaufbau solcherart getragen und geleistet haben. Die mit diesem so genannten Gotteshaus ein Lebenszeichen, ein Ausrufezeichen der Hoffnung wider allen Augenschein gesetzt haben. Denen gebührt unser aller Respekt, unsere Hochachtung bis heute. Und eines muss man sagen: Gott sei Dank! Wortwörtlich und ausdrücklich: Gott sei Dank dafür, dass er dieses Werk durch Sie, durch die Hörder Menschen jener Zeit gelingen ließ.

Wer hätte das gedacht.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Manchmal passt’s – und manchmal wieder nicht. Der Mensch denkt…
Alles geplant, alles vorbereitet, Gäste geladen, Programme gedruckt, um nach 60 Jahren, nach 125 Jahren schön und fröhlich zu feiern, wie damals am 1. Advent. Und dann: Pustekuchen. Denkste, Mensch.
Die alte Geschichte – die Relikte der alten verhängnisvollen Geschichte, da waren sie wieder. Bombenalarm.
Und Gott, liebe Gemeinde, Gott hätte gar nicht gekonnt zum Gottesdienst, der musste beim Kampfmittelräumdienst sein.
Der Mensch denkt…
In einem, liebe Gemeinde, in einem hat der liebe Gott in dieser verqueren, kurzfristig geplatzten Jubiläumsgeschichte für mich, nur für mich ganz persönlich, dann aber doch gewirkt.
Neun Jahre lang, so lange wie die Hörder vor 60 Jahren an der Luther-Kirche gearbeitet hatten, neun Jahre meines Lebens bin ich jeden Tag, jeden einzelnen Morgen aufgebrochen – immer Richtung Hörde. Morgens um zehn vor sieben, Tag für Tag, stets mit der Linie 1 von Brambauer, immer Richtung Hörde. Und nie, nie bin ich angekommen! Meine Schule stand in Dortmund-Mitte. Kein einziges Mal. Ich finde: Da wurde es jetzt Zeit.
Gut, eine Bombe war schon ein deutlich übertriebener Aufwand dafür, aber ich freue mich sehr, dass ich auf diese Weise Ihnen allen heute die Grüße und Glückwünsche des ganzen Ev. Kirchenkreises Dortmund überbringen kann. Besonders soll ich natürlich von meiner Kollegin und Stellvertreterin Andrea Auras-Reiffen grüßen, die wäre auch heute sehr gern gekommen, hat aber schon vor längerer Zeit einen anderen Gottesdienst mit der Dortmunder Mitternachtsmission verabredet. Der Mensch denkt…
Herzlichen Glückwunsch, Gratulation zu 125 Jahren Luther-Kirche, zu 60 Jahren Wiederaufbau. Der Kirchenkreis freut sich mit Ihnen allen.
Und übrigens: dass Hörde ein Pflaster für ungewöhnliche Vorgänge ist, das weiß ja nun jeder. Wenn die Festgäste von 1889 oder 1954 einen Blick auf den Phönix-See hätten werfen können, wären die gleich wegen Halluzinationen zum Nervenarzt gelaufen.
Gott befohlen! Und auf viele gesegnete Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte für die Luther-Kirche Hörde!

Die Geschichte der evangelischen Kirchbauten

in Hörde

von 1562 bis 1999

Zusammengestellt im Jahre 2000 von Pfr. Klaus Wortmann

 

  1. 1.    
Herr, ich habe lieb, Göttliches bricht herein   

 

1.Einleitung

 

Herr, ich habe lieb die Stätte Deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

 

Dieses Bekenntnis verbindet uns sicherlich mit dem Psalmbeter . Wir haben unsere Kirche lieb und finden in ihr ein Stück Heimat. Wir sind hier vielleicht getauft, konfirmiert, haben unsere Trauung erlebt und viele Höhepunkte, auch traurige Gelegenheiten, wenn etwa der Name eines verstorbenen Angehörigen verlesen wurde, verbinden uns mit unserer Kirche.

Natürlich ist das Gebäude „Kirche“ nicht alles, was uns mit unserem Glauben verbindet. „Gott wohnt da, wo man ihn einlässt“ – so sagt ein sicherlich richtiges Sprichwort. Das heißt, dass unser Glaube nicht unbedingt an ein Kirchengebäude gebunden ist. Martin Luther sagt. „Wir sind es doch nicht, die die Kirche erhalten könnten; unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen, und unsere Nachkommen werden`s auch nicht sein. Sondern der ist`s gewesen und ist es auch noch, der da spricht: `Ich bin bei Euch bis an der Welt Ende`“ Damit bekräftigt Martin Luther die Unabhängigkeit des Glaubens von Steinen und Häusern. Und doch, unser Glaube braucht auch Anknüpfungspunkte, Bestätigungen und einen Ort, mit dem er sich selbst identifizieren kann, wo er Zuhause ist. Und dazu brauchen wir Kirchen, das können keine Gemeindehäuser und Mehrzweckbauten sein, das können nur Bauten sein, die einzig und allein dazu da sind, dem Glauben Heimat zu bieten, in denen wir die nähe und Anwesenheit Gottes spüren können. So pflanzt sich der Glaube über die Kirche der Kindheit in unser Herz hinein. Wenn ich mit älteren Leuten über den Glauben sprechen kann, dann sind wir sehr rasch auch dabei, über die Kirche zu sprechen, in der sie ihre Kindheit verbrachten, mit Kindergottesdienst, mit Geschichten von Jesus  usw.

Leider bleibt ja  die Kindheitserinnerung oft nicht so prägend, dass sie ausreichte, um ein Leben lang gefestigt und getragen im Glauben zu bleiben. Gerade wir Protestanten tun uns da schwer. Früher sagte man: “die Protestanten gehören zur Kirche, aber sie gehen nicht hin.“ Das mag damit zusammenhängen, dass auch stimmt, wenn man sagt: „Für die Katholiken ist die Kirche  die Mutter, für die Protestanten  ein Problem“. Das Erbe der Reformation ist es, dass in der evangelischen Welt der Glaube stärker über den Verstand vermittelt wurde,

  1. 2.    
Altar schlicht

siehe auch die Lutherkirche

  1. 3.    
Altar, in Lutherkirche

während in der katholischen Kirche alle Sinnen angesprochen werden. Beste Beispiele dafür sind die unterschiedlichen Innengestaltungen der Kirchen. Sind die katholischen Kirchen reich an Bildern und Symbolen,

 

  1. 4.    
Brot und Fisch
  1. 5.    
Petersdom in Rom
  1. 6.    
Barock
  1. 7.    
Barocke Kirche – Trauung
  1. 8.    
Barocke Kirche – Trauung
  1. 9.    
Sixtinische Kapelle

 

so stellen sich die evangelischen Kirchen eher karg da und nüchtern, damit ja nichts ablenke von der reinen Botschaft des Wortes Gottes.

 

  1. 10. 
Reformierte Kirche
  1. 11. 
evang. Gottesdienst

 

Diese Entwicklung mag in ihren Anfängen folgerichtig und logisch gewesen sein, in der Folgezeit durch die Geschichte der Kirchen hindurch wird oftmals das, was die andere Konfession ausgeprägt hat, als Defizit der eigenen angesehen. Bis zum heutigen Tag ist das ja so: Manche Katholiken beklagen, dass in ihren Kirchen und in ihren Gottesdiensten zuviel „Drumherum“ geschehe; viele Evangelische beklagen, dass in evangelischen Kirchbauten die Atmosphäre für Spiritualität und Meditation nur schwer aufzubauen und zu erleben sei.

Das ist es gerade, was in anderen Religionen im Mittelpunkt steht, wie hier im Islam, oder anderswo, wo Abgeschiedenheit und innere Einkehr angestrebt werden.

 

  1. 12. 
Religion (Islam) in schlichtem Haus
  1. 13. 
Abgeschiedenheit

Wie dem auch sei, die Menschen haben durch die Jahrhunderte an ihren Kirchen festgehalten, viele Kirchen stehen in den Straßen der Städte und inmitten der Dörfer wie Überreste aus einer versunkenen Zeit. Oftmals ist keines der umliegenden Häuser auch nur 100 Jahre alt. Die sichtbare Kirche ist und bleibt bis heute ein Symbol für die unsichtbare Kirche

 

  1. 14. 
Kirche zwischen Wolkenkratzern

 

Auch wenn Kirchen in den Kriegen mit zerstört wurden, die Menschen haben keine Kosten und Mühen gescheut, sie wieder aufzubauen. Es ist sehr selten, dass eine Kirche völlig verschwindet, und nicht wenige Kirchen sind über älteren Heiligtümern aus der Zeit der Heidentums oder vorchristlicher Religionen wiederaufgebaut worden..

 

  1. 15. 
Kirche in Einsamkeit

 

Warum ist das so? Woher kommt diese seltsame Zähigkeit mit der Menschen an den Kirchen festhalten? Ich glaube, es ist zum einen die Scheu, an einem einmal als heiliger Ort benannten Stelle etwas anderes zu bauen, auch wenn die mit dem Ort verbundene Stelle einer anderen Religion zuzuordnen ist. Zum anderen ist es auch dies mehr äußerliche, dass Kirchen mit ihren Türmen und Glocken Orientierungszeichen sind. So sehen wir auf alten Bildern, wie die Kirchtürme und Domkuppeln weithin die Landschaft beherrschen.

 

  1. 16. 
Hörder Panorama von ???????ß

 

So auch in Hörde, auf alten Reproduktionen , Stadtzeichnungen bilden die Kirchen eine Orientierungshilfe.

 

  1. 17. 
Hörder Panorama

 

Diese Orientierung ist ein äußerer Grund. Man kann mit Hilfe von Orientierungszeichen einen Weg finden, der weiterführt und zum Ziel bringt. Ein solches Orientierungszeichen will jeder Kirche auch für den inneren Menschen sein. Nicht umsonst waren die Kirchen nach den Kriegen voll, als Menschen nach dem Untergang einer teuflischen Orientierung neue  bzw. Die alte Orientierung wieder aufsuchten. Kirchtürme -auch als Fingerzeig Gottes zu deuten – zeigen dem Menschen seinen Zusammenhang mit dem Ewigen, mit Gott und dokumentieren in aller Vergänglichkeit eine stabile und verlässliche Orientierungshilfe. Sommers wie winters

 

  1. 18. 
Turm der Lutherkirche – im Winter
  1. 19. 
Turm der Lutherkirche – im Sommer

 

Doch nun – nach dieser Einleitung – wollen wir uns den Kirchen Hördes zuwenden.

 

 2. Kirche in der Reformationszeit

 

1525 führte als der erste der Graf von Tecklenburg die Lehre Luthers in Westfalen ein; ihm folgte 1543 der Graf von Bentheim.

Die Herzöge von Jülich-Cleve-Mark blieben katholisch und suchten die neue Lehre aus ihren Landen fern zu halten. Aber um 1560 breitete sie sich in der Mark immer mehr aus. 1562 wurde in Dortmund das Abendmahl unter beiderlei Gestalt ausgeteilt, um diese Zeit wird auch in Hörde Luthers Lehre festen Fuß gefasst haben. Der Herr von Syburg, Patron einer der Hörder Kapellen und zwei Hörder Rentmeister Schell, Vater und Sohn, standen zu Luther in persönlicher Beziehung, sie werden zur Verbreitung beigetragen haben. Um diese Zeit trat auch der Pastor von Wellinghofen zum evangelischen Glauben über  und die Hörder, die seit altersher zur Wellinghofer Pfarrkirche gehörten, konnten nun dort in Wellinghofen am lutherischen Gottesdienst teilnehmen. Aber schon bald bildete sich in Hörde eine eigene Gemeinde. Der erste lutherische Pastor in Hörde war Hermann Bildenschneider. Im Jahre 1599 wurde mit dem Bau einer eigenen Kirche begonnen, die 1600 fertig war. Den Turm konnte die arme Gemeinde erst 100 Jahre später errichten lassen.

Auf diesem 53 Fuß hohen Turm brachte man  am 21. August 1727 noch eine Fahne und eine Helmstange an. Die Lutherkirche, war nach dem ersten Hörder Chronisten Pfarrer F.W.Schulte 41 Fuß breit und 80 Fuß lang .Es handelte sich bei dieser Kirche um einen im Renaissancestil erbautes, einschiffiges, nach Osten hin dreiseitig geschlossenes Bauwerk mit Holzdecke und Turmuhr. Sie stand auf einer kleinen Anhöhe umgeben von einem kleinen Friedhof. Die Orgel wurde im Jahre 1668 von dem Dortmunder Organisten Albert Alberti gekauft, wobei die Gemeinde 92 Reichsthaler aufbringen musste. In den Jahren 1703 und 1752 wurde die Orgel dann vergrößert und mit fünf neuen Registern versehen. 1749 stiftete die Hörder Schmiedegilde der Lutherkirche einen Taufstein. Die 1648 angeschaffte Glocke zersprang 1796 und wurde 1811 gegen eine Glocke aus dem Turm der zerstörten Nikolaikirche in Dortmund ausgetauscht.

 

  1. 20. 
Alte lutherische Kirche
  1. 21. 
Alte lutherische Kirche

 

Das schlichte gotische Kirchlein mit festem Turm, einer Uhr und zwei Glocken, stand an der Ecke Langestraße/Papengasse. (Heute: Alfred -Trappenstr./Ecke Papengasse)  Zwei wertvolle Bronzekronleuchter hingen in der Kirche.

 

  1. 22. 
Kronleuchter

 

Sie waren später lange als Dauerleihgabe an das Landesmuseum Münster (Cappenberg ) gegeben worden

Der sechsarmige Kronleuchter besteht aus Bronze und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Er wurde zusammen mit einem zweiten nahezu identischen achtarmigen Leuchter im Jahre 1707 von dem Hörder Pastor Dietrich Wilhelm Volck in Hamburg erworben und der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Rund 18o Jahre diente der Leuchter der Beleuchtung der alten lutherische Kirche. Der Kronleuchter hat eine Höhe von 0,75 m und einen Durchmesser von 0,70 m. Neben einer gotischen Krone bildet der Lebensbaum das zentrale Motiv jedes der sechs Arme, dem als zusätzliches Motiv zwei gegenständige Tiere beigegeben sind. Diese Motive und das geflügelte vierfüßige Fabeltier entstammen mythologischen Quellen, welche sehr lange in der Volkskunst ihren Niederschlag gefunden haben. (Info-Tafel)

Einer wurde 1991 als Dauerleihgabe an die Gemeinde zurückgegeben und hängt seitdem im Eingang der heutigen Lutherkirche als ältestes Zeugnis evangelischen Lebens in Hörde.

Zu Leuchter und Bibel schreibt Schulte, S.98: „ Im Jahre 1707 hat der Pastor M.D.W.Volk mit höherer Bewilligung in Holland, Böhmen, Ungarn, Mähren, Schlesien, Polen, Dänemark, Hamburg collectiert und die Hälfte der Collecte für seine Mühe und Reisekosten und für die Bedienung seiner Stelle laut Contract erhalten. Derselbe bekam in Hamburg die zwei Kronleuchter in der Kirche, eine Folio-Bibel und das silberne Kirchensiegel mit den Worten: ‚Nun, Volk! Gehe hin und lehre dein Volk! Zum Geschenk.“

 

Dazu kam im Jahre 2001 eine Altarbibel zurück, die ebenfalls der Pfarrer Dietrich Volk auf seiner Kollektenreise Hamburg als Stiftung für die „Kirch zu Hoerde“ erhalten hatte.

Es handelt sich dabei um eine sogenannte Endterbibel (nach dem Verleger Endter genannt), verlegt 1703 in Nürnberg, durch Christoffer Herbst, Hamburg 1707 „vor die Kirch zu Hoerde“ gewidmet. Sie ist von Erwin und Margret Uhrmacher auf einer Versteigerung erworben und auf ihre Kosten restauriert worden.

Das Ehepaar Erwin und Margret Uhrmacher hat sich entschlossen, diese Bibelausgabe an die Kirche zurückzuüberführen, der sie zugewidmet war und überlässt der Evang. Kirchengemeinde die wertvolle Bibelausgabe gegen Erstattung seiner Kosten als Dauerleihgabe zum kirchlichen Gebrauch.

 

  1. 23. 
Altarbibel von 1703
  1. 24. 
Altarbibel von 1703
  1. 25. 
Abendmahlskelch

 

wird von Heinze (1909)erwähnt, lässt sich allerdings nicht datieren.

Die Regelung der Beziehungen zwischen den Hörder und Wellinghofener Pfarrern war schwierig. Der Hörder Pfarrer war dem Wellinghofer untergeordnet; erst 1811 wurde bestimmt, dass alle Amtseinkünfte dem Hörder Pfarrer zufließen sollten; jedoch leisteten noch 1836 Hörder Höfe jährliche Abgaben an die Wellinghofer Kirche.

Kirchengeschichtlich interessant ist die Auseinandersetzung zwischen den reformierten und lutherischen Christen , schon sehr früh im Zug der Reformation hatte sich ja die neue Lehre in diese beiden Bekenntnisse gespalten, wobei es ja nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 zwei anerkannte Religionen gab. Die Altgläubigen und die Augsburger Konfessionsverwandten. In Wirklichkeit gab es aber 3 Konfessionen.. Zuerst blieben die Reformierten undeutlich  Der Westfälische Friede von 1648 hat dann erstmalig die Reformierten ausdrücklich erwähnt.

 

Reformierte (Calvin, Zwingli) Lutheraner
Abendmahlslehre zeichenhafte Gegenwart = significat leibliche Gegenwart Christi = est
Prädestination doppelte Prädestination, welche sind zur Seligkeit und welche zur Verdammnis vorausbestimmt allgemeine Gnade Gottes, die allen Menschen gilt
Frömmigkeit Christ fühlt sich als Erwählter, der sich für die Ehre Gottes aktiv einsetzt jede Arbeit ist gleichwert; jeder an seinem Platz

in der göttlichen OrdnungGottesdienstPredigt, Gebet, Gesang von Psalmen

Abendmahl 4x im JahrL. fügt in die gereinigte Messe lediglich die evang.

Predigt ein; jeder GD führt zum Abendmahl

(lutherische Messe lediglich Umbau der röm.)KirchenOrgeln, Bilder, Kreuze, Kerzen, Altäre werden verkauft

 

in unserer Gegend gab es mehr Lutherische, jedoch entstand – bedingt durch Beispiele der Adligen und Beamten) auch in Wellinghofen die erste reformierte Gemeinde um 1630, wo durch den reformierten Kirchenpatron von Romberg ein reformierter Pfarrer angestellt wurde. Auch die Hörder Reformierten gehörten zur Reformierten Gemeinde Wellinghofen. Als 1637 der Kurfürst von Brandenburg (durch Erbfolgestreit der jülich-clevischen Länder) bestimmte, dass in Wellinghofen nur noch eine lutherische Gemeinde bestehen sollte, da sie die überwiegende Mehrzahl der Bewohner ausmachte, zogen die Reformierten nach Hörde, wo sich 1653 eine reformierte Gemeinde bildete. In der Folgezeit kam es zu einem Hin und Her zwischen Wellinghofen, die dann doch wieder eine reformierte Gemeinde bilden durfte und Hörde, was in den Jahren zu manch erbitterter Fehde geführt hat, bis hin zu Tätlichkeiten auf dem Friedhof, wo allein der lutherische Pastor die Leichenrede halten durfte und die Reformierten nur geduldet waren. Erst durch den Einsatz der Schützen des ganzen Amtes konnte der Streit beendet werden.

1708 wurde der Streit geschlichtet. Die Reformierten erhielten als eigenes Gotteshaus das alte Rathaus an der Nordseite der Wiesenstrasse (heute: Bollwerkstrasse ) Da dasselbe immer baufälliger wurde, wurde es 1722 abgebrochen und an seiner Stelle ein kleines Kirchlein erbaut. Bis zur Fertigstellung fand der Gottesdienst im neuen Rathaus statt-

im Jahre 1872 endlich vereinigten sich die beiden evangelischen Bekenntnisse, die sich schon vorher nicht mehr lutherische und reformierte, sondern größere und kleinere evangelische Gemeinden genannt hatten zur Hörder evangelischen Gemeinde. Jetzt war auch der Weg frei, um gemeinsam eine große Kirche bauen zu können.

Die alte reformierte Kirche wurde 1902 abgebrochen

 

3.Die katholische Gemeinde

 

  1. 26. 
Stiftskirche

 

Graf Konrad von der Mark, der Stadtgründer von Hörde und seien Ehefrau, Elisabeth von Kleve gründeten auf ihrem Besitz in Hörde im Jahre 1339, also kurze Zeit vor der Verleihung der Stadtrechte an Hörde (1340) das Klarissenkloster Clarenberg. Hiermit erhielt der bis dahin kirchlich nach Wellinghofen orientierte Ort seine erste eigene Kirche; bis dahin wird lediglich eine dem heiligen Georg geweihte Kapelle in Hörde erwähnt. In den Jahren 1583/1584 wird das Kloster in ein freiweltliches adliges Damenstift umgewandelt. Die Gründe dafür liegen vermutlich in der konfessionellen Veränderung der Zeit, als auch im Kloster Strömungen der Reformation Einzug hielten. 1812 wurde das Stift geschlossen

Zur Zeit der Reformation schlossen sich fast alle Bewohner unserer Gegend der evangelischen Lehre an. In Hörde waren 1666 nur 6 Bewohner katholisch. Die Katholiken hielten sich mit den katholischen Stiftsdamen zur Stiftskirche. Ihr Pfarrer war weiterhin der Pastor von Wellinghofen, obwohl dieser zum evangelischen Glauben übergewechselt war. Ebenso wie zwischen Reformierten und Lutheranern kam es auch zwischen Katholiken und Protestanten zu unliebsamen Begegnungen. Es wird berichtet, dass bei der Beerdigung eines Mitglieds der kath. Familie von Fürstenberg die singenden Mönche von der Bürgerschaft in die Flucht geschlagen wurden. Nach der Aufhebung des Stifts Klarenberg wurde unter der französischen Herrschaft 1813 die Stiftskirche mit dem Pfarrhaus den Hörder Katholiken übergeben, die bildeten ab 1814 eine eigene Pfarrei. Die Zahl der Katholiken blieb klein; 1823 etwa gab es unter den 1200 Einwohnern nur 150 Katholiken Die Industrialisierung und der Arbeiterzuzug aus kath. Gegenden verschob das Konfessionsverhältnis. 1885 betrug ihre Zahl bei 14598 bereits 6587. 1864 wurde die baufällige Stiftskirche abgebrochen und im gotischen Baustil unter großem Einsatz des ersten Pfarrers Heinrich Wigger, dem späteren Generalvikar in Paderborn, die neue Stiftskirche erbaut. Die Nähe zur Lutherkirche war und ist groß

 

  1. 27. 
Lutherkirche vom Stiftskirchturm
  1. 28. 
Stiftskirche mit erneuerten Wappenplatten der Gründer
  1. 29. 
Stiftskirche, Inneres um 1920

 

1911 wurde die Herz-Jesu Gemeinde abgezweigt und durch ihren ersten Pfarrer Anton Jürgens in den Jahren 1912-1914 die romanische Herz-Jesu-Kirche erbaut.

 

  1. 30. 
Herz- Jesu Kirche, außen
  1. 31. 
Herz- Jesu Kirche innen heute
  1. 32. 
Herz- Jesu Kirche, früher

 

Chorraum der Kirche nach der Ausmalung 1934 durch den Dortmunder Kirchenmaler Kruse

Farbdia nach der Renovierung 1977. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde beim Wiederaufbau 1949-1951 die Chorwand ohne Chorfenster errichtete. Bei der letzten Renovierung 1977 ist die Apsis mit einer Lochziegelwand abgeschlossen und eingewölbt worden. Ambo, Altar und Stele für das Tabernakel wurden von der Lanstroper Künstlerin Liesel Bellmann entworfen und gestaltet.

 

4.Die jüdische Gemeinde

 

  1. 33. 
Kirche und Synagoge

 

Die Hörder Juden hatten schon seit 1777 eine eigene Synagoge; diese war Teil eines Wohnhauses. 1818 erwarb die wachsende Gemeinde ein Haus, um eine Synagoge zu errichten; zu ihrer Gemeinde gehörten auch die Juden der umliegenden Orte. 1885 waren von 14598 Hörder Einwohners 304 jüdischer Konfession. Trotz der kleinen Zahl beschloss die jüdische Gemeinde den Bau einer neuen Synagoge, die im maurischen Stil  1897-1899 am Friedrich-Ebert Platz entstand. Ihr Bau und der Weihegottesdienst wurden von der ganzen Hörder Bevölkerung  positiv begleitet.

 

  1. 34. 
Zerstörte Synagoge

 

Sie wurde bei der Reichspogromnacht am 9. November 1938 ein Opfer des Rassenwahns. Nach der Pogromnacht lebten nur noch 69 Juden in Hörde. Auch sie erwartete ein schlimmes Schicksal.

 

  1. 35. 
Lachende Menschen

 

 

Am 6. November 1988 wurde auf dem Friedrich-Ebert Platz ein Mahnmal zum Gedenken an die Pogromnacht und die Zerstörung der Synagoge eingeweiht. Das von dem Künstler Israel Lanzmann gestaltetes Mahnmal stellt den Davidstern dar. In der Mitte ist eine Gedenktafel angebracht, deren Text mit dem Satz endet: „Das dürfen wir niemals mehr zulassen.“

 

  1. 36. 
Mahnmal

 

5.Die neue Kirche von 1889

 

noch einmal: durch die Vereinigung der beiden evangelischen Gemeinden nach langen Spannungen und vielen Versuchen , die Vereinigung zu unterlaufen, wurde durch die „Combinations-Urkunde“ von 1875 die Vereinigung befohlen und damit auch der Weg zum Bau eines großen gemeinsamen Gotteshauses frei.

Die alte Kirche an der Langenstrasse wurde 1890 abgebrochen; das Pastorat an der Tiefenstraße (heute: Seekante ) 1907.

 

  1. 37. 
altes Pfarrhaus

 

  1. 38. 
Neue Kirche
  1. 39. 
Neue Kirche

 

Im Jahre 1883 (400. Geburtstag Martin Luthers) wurde der Grundstein zur neuen Lutherkirche gelegt. Die Steine lieferten die Harkortschen Sandsteinbrüche in Wetter. Am 4. April 1889 wurde sie durch den Generalsuperintendenten Dr. Nebe aus Münster  eingeweiht, als erste unter der Regierung Wilhelms II., der der Kirche als Altarbild eine wertvolle Kopie des Gemäldes  „Grablegung Jesu“ von van Dyck schenkte.

 

  1. 40. 
Altargemälde vor Chorfenstern

 

Ihr Bau fällt in die Kunstepoche des Historismus.

 

  1. 41. 
Inneres der Lutherkirche

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts kommt es parallel zum Klassizismus zur Begeisterung für vorangegangenen Stilformen. Bei den Kirchenneubauten beider Konfessionen wird auf romanische und gotische Formen zurückgegriffen. Diese Nachbildung überlieferter Formen nennt man Historismus oder Eklektizismus. Bei dem Bau der Lutherkirche hat man sich für den neugotischen Stil entscheiden Um in der evangelischen Kirche ein verbindliche Richtlinie für den Kirchenbau zu haben, hat man auf dem Eisenacher evangelischen Kirchentag von 1861 das sogenannte Eisenacher Regulativ erarbeitet, das Reformideen für den evangelischen Kirchenbau zusammenfasste: Danach wurde die nach Osten gerichtete Rechteckkirche mit Apsis und einheitlich kreuzförmigem Grundriss (Eingang und Orgel im Westen, erhöhter Altar im Osten, Kanzel am Chorbogenpfeiler) zur Regelkirche ernannt. Diesen Regeln folgte auch der Bau der Lutherkirche. Nun zu Details:

Die Glocken des 6000 kg schweren Geläuts trugen die Inschrift:

„Ehre sei Gott in der Höhe

Friede auf Erden

den Menschen ein Wohlgefallen“

Die eisernen Glockenstühle baute die Hörder Bergwerks- und Hüttenvereins AG. Die Turmuhr ist von der Fa. Mäule in Bockenen hergestellt worden. Die Beleuchtung der Kirche erfolgte durch Gas.

Die mit ornamentalen Malereien versehenen Fenster wurden von Viktor von der Forst in Münster entworfen und gebaut.

Die Länge der Kirche beträgt 46,6 m; die Breite zwischen den Mauern des Kreuzschiffes 27m. Der Turm ist 68 m hoch. 1200-1300 Sitzplätze und 200 Stehplätze sind vorhanden. Der Fußboden war im Bereich des Gestühls aus Eichenholz und im übrigen aus gelben Tonplatten gefertigt.

Die beiden fünfsitzigen Chorstühle nebst Wandtafeln und die Ausstattung der Sakristei sind aus Eichenholz gefertigt, während das übrige Gestühl und auch der Fußboden der Emporen in Pitschpine ausgeführt sind.  Den gotischen Altaraufbau mit den dazugehörigen Bildwerken stiftete Kaiser Wilhelm II.

1897 wurde die Orgel durch die Firma Walcker, Ludwigsburg zum Preise von 12.500,- Mark gekauft.

2 Zinnorgelpfeifen und 2 Bronzeglocken wurden im 1. Weltkrieg entfernt. Zwei neue Orgelpfeifen wurden im Jahre 1919 eingebaut.

Die beiden Bronzeglocken stammen aus der Gießerei der Firma Otto, Hemelingen und kosteten 181.000,-(Inflation) Die größere Glocke heißt „Lutherglocke“ und trägt die Inschrift: „Lasset euch versöhnen mit Gott“ Die zweite Glocke heißt „Melanchthonglocke“ und trägt die Inschrift: „Wer Ohren hat zu hören, der höre“.

1922 wurde in der linken Sakristei für die 589 aus der Hörder Gemeinde gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges eine Ehrenhalle durch den Architekten Feldmann und den Künstler Kaufmann errichtet. Die Halle zeigte in vier Nischen eine künstlerische Verarbeitung des Krieges.

 

  1. 42. 
Programm der Einweihung der Ehrenhalle
  1. 43. 
Ehrenhalle

 

1928 wird die mittlerweile geschlossene Rückfront des Chorraums durch den Kirchenmaler Heinrich Rüter(1877-1955) aus Düsseldorf ausgemalt, der auch die Ausmalung  von 1899 erneuerte. Auf den drei zugemauerten neugotischen Fenstern  über dem Altar gestaltete er das Himmelfahrtsmotiv aus.

 

  1. 44. 
Wandmalerei
  1. 45. 
Wandmalerei mit Pfarrer Hochdahl 9.4.33

 

  1. 46. 
Seitenschau
  1. 47. 
Blick durch das Kirchenschiff
  1. 48. 
Blick zur Empore
  1. 49. 
Blick zur alten Walcker Orgel

 

6. Der 2. Weltkrieg

 

Nur ein Jahr nach dem Synagogenbrand fiel nur wenige hundert Meter von der ausgebrannten Ruine entfernt, an der Willem.-van-Vlothen-Strasse die erste Bombe auf Hörde. Bis 1943 hatten die vielen nächtlichen Angriffe der englischen und amerikanischen Luftwaffe verhältnismäßig geringe Schäden angerichtet, verglichen mit den verheerenden Zerstörungen der nun einsetzenden Großangriffe.

1942 mussten bereits die Luther – und die Melanchthonglocke für den Krieg abgegeben werden.

Am 12. März 1945 in der Zeit von 16.24 bis 17.07 wurde beim 5. Großangriff auf Dortmund die meisten Zerstörungen verzeichnet. In diesen 43 Minuten warfen 1069 Flugzeuge fast 5000 Tonen Sprengkörper über der Stadt ab. Der englische Rundfunk berichtete am Abend, dass an diesem Tag der gewaltigste Luftangriff dieses Krieges auf Dortmund geflogen worden sei. In Hörde lagen das Gymnasium, die Claraschule, Schildschule, Piepenstockschule, Hochofenschule und die alte Stiftsschule in Trümmern. Schwer beschädigt wurden die drei Hörder Kirchen, das Krankenhaus Bethanien und das Gemeindehaus an der Wellighoferstrasse sowie große Teile des Hüttenwerkes. Die Lutherkirche wurde als letzte getroffen. die Kirche durch den großen Bombenangriff auf Dortmund bis auf den Turm fast vollständig zerstört.

 

  1. 50. 
Zerstörung
  1. 51. 
Zerstörung
  1. 52. 
Zerstörung

 

In den Monaten davor hielten auch die katholischen Christen ihren Gottesdienst in der evangelischen Kirche ab. Gleich nach Kriegsende richtete die Stiftsgemeinde den Saal ihres Wiggerhauses als Kirchsaal ein, den auch die evangelische Gemeinde benutzt. In den beiden Kindergärten in der Bollwerkstrasse und in der Ermlinghoferstrasse fanden die Frühgottesdienste statt. (Gronemann, S. 75f)

 

  1. 53. 
altes Gemeindehaus als Notkirche

 

7. Der Wiederaufbau

1952 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen und bereits am 1. Advent 1954 konnte die Kirche durch Pfarrer Dr. Zumegen wieder eingeweiht werden.

Der rasche Wiederaufbau ist dem tatkräftigen Mithelfen vieler Hörder Bürger – und Bürgerinnen zu verdanken. Sei es durch Geldspenden oder durch Mithilfe am Bau. Ein großes Fest (Högerfest) mit  Kirmes und Verkauf von Möbeln etc. ist vielen noch in guter Erinnerung.

  1. 54. 
Wiederaufbau
  1. 55. 
Wiederaufbau
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Aufruf zur Mithilfe
  1. 57. 
Aufruf II

 

Abgesehen von den neuen bunten Fenstern, die durch Gönner der Gemeinde gestiftete wurden, und dem mächtigen Holzkreuz hinter dem schlichten Altar, ist das Innere der Kirche schlicht gehalten. Der Hörder Architekt Heinz Dahlbüdding hat den Wiederaufbau geleitet. Dank einer Spende der evangelischen Handwerker wurde das Holzkreuz 1964 mit einem von dem Dortmunder Künstler Schulze-Engels gestalteten Kruzifix „Erhöhter Christus“ (Holz, vergoldet) versehen. (Archiv: Videofilm!!)

 

  1. 58. 
Wiedereinweihung 1. Advent 1954

 

Im Dezember 1955 wurden drei neue Glocken eingeweiht, zwei erhielten dieselbe Inschrift wie die im 2. Weltkrieg geopferten; die dritte Glocke erhielt den Namen „Paulusglocke“ und die Inschrift: „Freut euch in dem Herrn alle Wege“

 

  1. 59. 
Die neuen Glocken 6..12.1955
  1. 60. 
Die neuen Glocken 6..12.1955

 

1962 wurde der Innenanstrich der Kirche erneuert.

 

1964 wurden ein neuer Altar und ein Taufstein aus Naturstein in Dienst genommen.

 

  1. 61. 
Adventkirche, Planung
  1. 62. 
Adventkirche, außen
  1. 63. 
Adventkirche innen?
  1. 64. 
Adventkirche innen ?

 

Im Jahre 1953 erfolgte die Grundsteinlegung zum neuen Gotteshaus am Steinkühlerweg, nachdem Gemeindehaus und Pfarrhaus am gleichen Tag gerichtet wurden. 1954  erfolgte die Glockenweihe  in der „Adventgemeinde“; in den Jahren nach dem Krieg war ein neuer Stadtteil gewachsen; Hoesch hatte Arbeitskräfte unter den Vertriebenen rekrutiert; die Gemeinde wuchs in den 60er Jahren auf 6500 Gemeindeglieder; heute beträgt die Zahl gut 1700, was dazu führt, dass darüber nachgedacht wird, die beiden Hörder evangelischen Gemeinden wieder zusammenzuführen.

Innenraum wurde Anfang der 70er Jahre umgestaltet. Decke gewellt, Altarraum abgehängt, Kreuz verändert; es wurde ein Abguss des Korpus aus der Lutherkirche genommen.

Zurück zur Lutherkirche

 

  1. 65. 
Lutherrose von außen
  1. 66. 
Orgel mit Lutherrose
  1. 67. 
Orgelbau

 

1962 konnte eine neue Orgel der Bestimmung übergeben werden, die für 50.000,- DM von der Firma Kemper, Lübeck gebaut wurde, eine Schleifladenorgel mit 24 Registern.

Die Orgel, alle Prospektpfeifen aus Zinn und Kupfer, präsentiert sich in dem von Architekt Dahlbüdding entworfenen und von der Firma Lategahn sehr sorgfältig ausgeführten Gehäuse äußerst wirkungsvoll. Sie gibt im Mittelteil den Blick zur Rosette des großen Turmfensters frei und schwingt sich nach beiden Seiten zu den Kupfertürmen der Prinzipale auf.

Einige Details aus der Lutherkirche :

 

  1. 68. 
in den Sechziger Jahren
  1. 69. 
Corpus in Werkstatt
  1. 70. 
Corpus Einzelansicht
  1. 71. 
Corpus über dem Altar
  1. 72. 
Blick zur Orgel, alte Kanzel
  1. 73. 
Fenster – Überblick
  1. 74. 
Fenster im Querschiff- groß
  1. 75. 
Fenster im Querschiff – klein

 

1968 wurde dann das heutige Dietrich-Bonhoeffer-Haus als Gemeindezentrum eröffnet, als 2. Predigtstätte und in Voraussicht auf die südliche Erweiterung des Stadtteils Hörde, die allerdings nicht stattgefunden hat.

 

  1. 76. 
Pflegevorschule Grundsteinlegung am 1961
  1. 77. 
Gemeindezentrum Grundsteinlegung  1968
  1. 78. 
Heutiges Dietrich-Bonhoeffer-Haus

 

 

8. Die Restaurierung zum 100. Jubiläum 1989  (1984 – 1995)

 

1989 – zum 100. Jubiläum konnte – unter Mitwirkung des Architekten Harder, Hagen und der Firma Bouillon, Hörde – als erster Bauabschnitt der Turm fertiggestellt werden. Im Festgottesdienst begrüßte die Gemeinde Präses D. Linnemann.

 

  1. 79. 
Innenrenovierung 1990 Auskernung

 

Im Folgejahr 1990/91 wurden einige wichtige Maßnahmen im Inneren durchgeführt, die einer veränderten Gottesdienstsituation ( Kleinere Zahlen; Variabilität) Rechnung trugen. Dazu gehörten:

Die Eingangshalle unter dem Turm wird renoviert, die beiden Schieferplatten links und rechts des Eingangs entfernt und die ursprüngliche Farbigkeit des Raumes wiederhergestellt. In diesem Raum kann man erahnen, welche Farben die Kirche früher dominiert haben.

 

  1. 80. 
Kronleuchter im Turm
  1. 81. 
Turmraum

 

Die Schieferplatten waren als 1. Bauschritt zur Wiedererrichtung einer Ehrenhalle gedacht (allerdings jetzt statt in der linken Sakristei im Turmraum der Kirche)und sollten von Schulze-Engels zu Gedenktafeln für die Opfer der Kriege verarbeitet werden. Die ursprüngliche Ehrenhalle war dem Bombenangriff von 1945 zum Opfer gefallen. Die Idee der Sechziger Jahre (1959-65) wurde allerdings nicht zuende gebracht; die unvollendete Gestaltung des Turmraums blieb unbefriedigend. So war die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands nur folgerichtig.

Die Sakristei wurde renoviert; hier fanden zwei der alten Wandleuchter – nach Instandsetzung – ihren Platz.

Hier wurde ein Tresor eingebaut, um die alten wertvollen Abendmahlsgeräte und die jetzt im Gebrauch befindlichen Abendmahlsgeräte sicher aufbewahren zu können.

Vorziehen des Altars

Abhängen des Hängekreuzes

 

  1. 82. 
Innenrenovierung 1990 Korpus Abnahme

 

Abbau der vorhandenen Altarstufen

 

  1. 83. 
Innenrenovierung 1990 Kanzelabtragung

 

Restaurierung des Altarbildes durch die Firma Ochsenfahrt, Paderborn (DM 42.000)

 

  1. 84. 
Vorbereitung Restaurierung Altargemälde
  1. 85. 
Vorbereitung Restaurierung Altargemälde
  1. 86. 
Wiederaufhängung des Altargemäldes
  1. 87. 
Innenrenovierung 19990 Altargemälde fertig

 

Leinwandölgemälde- Beweinung Christi, Kopie nach Antonius van Dyck(Original 1630 gemalt, hängt im Kaiser-Friedrich Museum, Berlin), vermutlich von einem Mitglied der Hofmalschule des Kaiserhauses  um 1889 gefertigt. Höhe 2,25m, Breite: 1,68m

Der Leichnam wird gestützt von Johannes, der links im Hintergrund steht und mit der rechten Hand ein rotes Gewand hält. Auf der rechten Seite befinden sich Maria, die mit ausgestreckten Armen den Körper dem Betrachter fast darbietet und Magdalena, die mit ihrer rechten Hand haltsuchend nach Maria greift. Ein Putto steht zu Füßen Christi. Links unten im Bild befinden sich eine Schrifttafel und die Dornenkrone. Den Bildhintergrund bilden eine dunkel Felswand und ein etwas wolkenverhangener Himmel.

1889 der Gemeinde geschenkt, wurde das Gemälde 1945 stark zerstört. Ca. 1949 wurde das Gemälde zwischen Gerümpel wiederentdeckt. Die Leinwand war zerfetzt und die Umrisse waren unter einer Schmutzschicht nicht mehr zu erkennen. In dieser Zeit wurde es erstmalig durchgreifend restauriert.  In den 50er Jahren floss Kalkbrühe aus einem umgekippten Eimer über das Bild und zerstörte abermals stellenweise die Malschicht.; es wurde mehrmals laienhaft ausgebessert, aber nicht wieder aufgehängt, da das Ergebnis unbefriedigend war.

Von der Gemeinde sehr begrüßt, öffnete man in dem Zusammenhang die Chorwand, um die alten Maßwerke wieder sichtbar werden zu lassen.

 

  1. 88. 
Innenrenovierung 1990 Turmuhr
  1. 89. 
Innenrenovierung 1990 mit Maueröffnungen im Chorraum
  1. 90. 
Innenrenovierung 1990 mit Maueröffnungen im Chorraum
  1. 91. 
Innenrenovierung mit Maueröffnung, stimmungsvoll

 

Auf Empfehlung der Denkmalbehörden wurde die Schließung der vorher angebrachten indirekt beleuchteten Schauöffnungen an der Rückwand des Chores beschlossen. Beseitigung der Bankreihen in den beiden Seitenschiffen, sowie im vorderen Bereich der Kirche und Ergänzung der Bankreihen durch 80 Stühle.

3 Bänke wurden in die Seitenkapelle (früher Ehrenhalle) eingebaut, um diesen Raum für den Kindergottesdienst nutzen zu können.

Totale Erneuerung der elektrischen- und der Beschallungsanlage.

Diese Maßnahmen insgesamt kosteten 300.000,- DM

Restaurierung der alten Turmuhr und Aufstellen im hinteren Teil der Kirche

 

  1. 92. 
Innenrenovierung 1990 Turmuhr

 

Die Turmuhr stammt aus der Erbauungszeit der Kirche (1891) und wurde von der Firma Weule, Bockenem/Harz, einer der bedeutendsten deutschen Turmuhrfirmen hergestellt. Das Hauptuhrwerk ist mit einem Zeigerlaufwerk ausgestattet. Das durch ein Regulatorwerk angesteuert wird. Dadurch ist eine hohe Ganggenauigkeit gewährleistet. Links ist ein Halbstundenschlagwerk angeordnet. Die Restaurierung als technisches Denkmal erfolgte durch ehrenamtliche Arbeit im Jahre 19991.

Die neue Turmuhr wurde 1978 eingebaut; sie wurde 1991 durch eine neue Steuerung ergänzt.

Die Steuerung wurde im Rahmen der Erneuerung der Elektrik auf eine Starkstromsteuerung umgestellt. Für die Steuerung dient eine Funkhauptuhr, bei der die Sommer/Winterzeitumstellung automatisch erfolgt. Über einen Läutecomputer können tägliche, einmalige oder wöchentliche Läutevorgänge programmiert werden.

In den Folgejahren wurde die Kirche außen Schritt für Schritt in mehreren Bauabschnitten saniert.

 

  1. 93. 
Turm vor der Außenrenovierung
  1. 94. 
Turm nach der Außenrenovierung
  1. 95. 
Befundaufnahmen für weitere Arbeiten außen

 

  1. 96. 
Außenrenovierung, Arbeiter
  1. 97. 
Außenrenovierung, Restaurierung einer Kreuzblume
  1. 98. 
Fertiggestellte Kreuzblume
  1. 99. 
Kreuzblume vor Hörder Schornsteinen
  1. 100. 
Chorraum außen , vorher
  1. 101. 
Chorraum außen, nachher

 

1994 erfolgte ein Stopp der Sanierung aufgrund der akuten Finanzkrise bei Stadt, Land und Landeskirche. Die Gemeinde beschloss, nach Abschluss von Sicherungsarbeiten an der Außenhaut die Außensanierung zu beenden, bzw. Abzubrechen und mit dem restlichen Spendengeld (DM 400.000) die Innengestaltung durchzuführen.

 

  1. 102. 
Befunde innen
  1. 103. 
Befunde innen
  1. 104. 
Befunde innen

 

Als Künstlerin wurde die Malerin und Bildhauerin Elisabeth Altenrichter-Dicke gewonnen. Die Arbeiten wurden 1995 durchgeführt und zum 1. Advent mit einem festlichen Gottesdienst abgeschlossen.

„Die Renovierung begann mit dem Eingangsraum unter dem Turm und mit der Sakristei.

Dann wurden Altar und Taufe im vorderen Chorbereich neu zugeordnet und eine Kanzel so über die Stufen hinweg gebaut, dass sie vermittelnd zwischen Chorraum und Gemeinde steht.

Danach wurde die Farbgestaltung des Innenraumes abgeschlossen. Man könnte nun einfach sagen, der Raum wurde frisch gestrichen, aber es ist mehr als das geschehen. Die starkfarbigen Fenster der Seitenschiffe verlangten eine Einbindung. Sie standen fremd in den weißen Wänden, weil die Kontraste zu hart waren und das Rot nirgendwo ein Echo fand. Die Raumdecke, vormals im naturhellen Ton der Spanplatten, ist jetzt in zwei Varianten eines stumpfen grauroten Tones gestrichen und an den dunklen Balken mit Leisten komplementär in grünblau gefasst.

Die Sichtbetondecken über den Seitenemporen sind in dem helleren der beiden Deckentöne gestrichen, wirken aber farbiger, weil sie von den Seitenfenstern stärker belichtet werden.

Die Wände der Kirchenraumes sind in sechs verschiedenen Nuancen des Grundtones entsprechend der Architektur ausgeführt.

So sind die Stirnwände im Seitenschiff drei Töne dunkler als die Pfeiler im Hauptschiff. Die roten Fenster haben helle Leibungen wegen der sich spiegelnden Gläser, und die hellen Fenster sind dunkler gefasst. Das Maßwerk der Fenster hat wieder den Natursteinton.

Bei bewusstem Hinsehen sieht man die Vielfalt der Farbgebung.

Der Grundton des Chorraumes hat ein warmes Leuchten und unterstreicht die Farbigkeit des Corpus, der Plastik des Dortmunder Bildhauers Arthur Schulze- Engels.

Die Rückwand des Raumes nimmt noch einmal schwache Rottöne auf und leitet damit über zur Farbigkeit des Eingangs.

Am Ende all dieser Arbeiten konnte dank einer Spende auch noch das Lesepult realisiert werden. Martin Petzold arbeitet seit dem Tod meines Mannes mit mir zusammen. Er hat bei der Gestaltung der Kanzel den oberen Grundriss der Taufe für die Stele zugrunde gelegt, um Alt und Neu durch die Grundform zu verbinden.

Dann wurde der Fußpunkt der Taufe für das Lesepult viermal aneinandergefügt und über einem der Dreiecke nach oben geführt zur Aufnahme von Ablage und Lesepult. In zur Kanzel entsprechender Weises wurde das Bronzematerial verarbeitet, ebenso an dem kleinen Handlauf, der an der linken Chorwand nun über drei Stufen führt.“

 

  1. 105. 
Neue Innengestaltung 1995
  1. 106. 
Neue Innengestaltung
  1. 107. 
Neue Innengestaltung
  1. 108. 
Neue Innengestaltung
  1. 109. 
Neue Innengestaltung
  1. 110. 
Fenster, Detail

So wurde auch die Renovierung der  Lutherkirche zu einem großen Beispiel für das Zugehörigkeitsgefühl der Hörder Bevölkerung zu ihrer Kirche.

Als I-Tüpfelchen wurde die Orgel durch die Firma Tschöckel, Althütte-Fautspach vollständig überholt und am1. Advent 1995 wieder in Dienst genommen. Die Kosten betrugen DM 62.000,-

 

  1. 111. 
Orgelrenovierung
  1. 112. 
Orgelrenovierung

 

Über die Orgel geht der Blick in die Rosette des Westfensters mit dem eingelassenen Wappen Martin Luthers. Die Lutherrose ist  als Sandsteinrelief am Katharinenportal der Lutherhalle in Wittenberg zu sehen. Es trägt die Umschrift „ Vivit – (er lebt)“  Das Wappen wird von Martin Luther als „Merkzeichen meiner Theologie“ erklärt.

„Das erste soll ein Kreuz sein. Schwarz in einem Herzen von natürlicher Farbe. So soll ich mich selbst erinnern, dass der Glaube an den Gekreuzigten uns selig macht. Denn wenn man von Herzen glaubt, dann hat man das Leben vollkommen. Auch wenn es ein schwarzes Kreuz ist, das den Tod bringt und wehtut, so lässt es doch das Herz in seiner Farbe: es verdirbt die Natur nicht! Das heißt: es tötet nicht, sondern erhält am Leben. Dieses Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen. Das soll darauf hinweisen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt. Er versetzt uns direkt in eine weiße, fröhliche Rose. Er gibt nicht Friede und Freude nach Maßgabe des Sichtbaren und Greifbaren. Darum soll die Rose weiß und nicht rot sein. Denn weiß ist die Farbe des Geistes und der Engel. Diese Rose steht in einem himmelblauen Feld. Das zeigt an, dass die Freude im Geist und Glauben ein Anfang der himmlischen Freude ist, die kommt. Durch die Hoffnung ist diese Freude schon da, aber noch ungreifbar. Um alles herum soll ein goldener Ring sein: weil die Seligkeit im Himmel ewig dauert, kein Ende hat, über alle Freude und Kostbarkeiten hinausgeht – wie das Gold das edelste Metall ist.“

  1. 113. 
Adventgottesdienst 1. Advent 1995
  1. 114. 
Die Himmelsleiter

 

 

9. Ausblick

 

Fertig und gottesdienstliches Leben

 

  1. 115. 
Goldene Konfirmation, gottesdienstliche Gemeinde 1999
  1. 116. 
Goldene Konfirmation, Gruppenphoto 1999
  1. 117. 
Konzert
  1. 118. 
Festlicher Gottesdienst
  1. 119. 
Weihnachtsgottesdienst

 

 

Am Anfang stand die Feststellung: Die sichtbare Kirche ist und bleibt bis heute ein Symbol für die unsichtbare Kirche. Dies stimmt, wie wir gesehen haben auch für Hörde. Durch die Jahrhunderte haben unterschiedliche Kirchbauten der Gemeinde als Ort zum Lobe Gottes gedient. Was macht die Kirche aus? Sicherlich  werden die Antworten unterschiedlich sein. Wichtig ist der Ort deshalb, weil den Menschen hier die frohe Botschaft verkündigt wurde und wird, wichtig, weil in durch die Orientierung auf das Kreuz die Erinnerung an Passion und Auferstehung Christi  gegenwärtig bleibt. Dies geschieht  durch verschiedene Weise. In allen Zeiten haben die Menschen Wert darauf gelegt, das Haus Gottes vom Alltag abzuheben, die Kirche als symbolischen Wohnort Gottes zu begreifen, als Welt Gottes,  in der die Gläubigen Gott nahe sein können und die Kraft finden, am Reich Gottes mitarbeiten zu können.

 

  1. 120. 
Taizé

Das kann auch woanders und ganz anders sein

 

Eine Bemerkung zum Schluss:.

Kirchgänger sind seltener krank, so hat eine wissenschaftliche Untersuchung festgestellt. Der Besuch der Kirche ist allerdings noch nicht auf Rezept möglich; aber das ist sicher: Eine Gesundung und Stärkung der Seele ist mit jedem Besuch garantiert.

 

  1. 121. 
Behüt dich Gott

 

Zeittafel

 

1599-1600                  Bau der alten Lutherkirche

1722                           Bau einer Reformierten Kirche (1902 abgerissen)

1883-1889                  Bau der Lutherkirche

1922                           Bau der Ehrenhalle

1945                           Zerstörung bis auf den Turm

1954                           Wiedereinweihung

1962                           Innenanstrich

1962                           neue Orgel

1963                           Holzkreuz mit Corpus

1964                           neuer Altar und Taufstein

1984-1995                  Sanierung der Kirche

1989                           100. Jubiläum Fertigstellung der Turmsanierung

1990                           1. Teil Innenrenovierung im  Chorraum, Altar, Altarbild, Turmuhr

1990-1994                  weitere Bauabschnitte der Außensanierung

1995                           2. Teil Innenrenovierung , Farbgestaltung, Bestuhlung, Lesepult

1995                           Orgelüberholung

1997                           Außengelände

1999                           Erneuerung der Heizungsanlage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzierung der Umbauarbeiten

  Gesamt VKK Landesdenkmalpflege Landes-

kircheGemeinde

HaushaltSpendenI. Bauabschnitt 89 (Turm)1075.000283.000159.000143.000414.00076.000II/(Dach)

III.BA 92/93673.000190.000107.00096.000190.00091.000IV. BA 1996165.00055.00029.00026.00055.0000Orgelpositiv 9020.000 04.00016.0000Altargemälde 9042.000 14.0008.000020.000Außentürsanierung76.000   76.0000Innen 90303.000   100.000203.000Innen 95325.000   0325.000Orgelrenovierung 9562.000   062.000Dach Sakristei76.000   40.00036.000Außengelände 9741.000   41.0000Heizungsanlage 99286.000   241.00045.000Summe3.144.000528.000309.000277.0001.173.000858.000

 

 

 

Quellen:

Schulte, F.W., Pastor, Chronik der Stadt Hoerde und der größern evangelischen Gemeinde in derselben, Hoerde 1836, vorliegend im Faksimiledruck

Brockpähler, Wilhelm, Hörde, ein Heimatbuch für die Stadt und ihre Umgebung, Hörde 1928

Hörde, Beiträge zur Stadtgeschichte, hg.: Günter Högl und Thomas Schilp, Dortmund 1990

Julius Heinze, Beiträge zur Geschichte der adligen Familien von Hörde, Dortmund 1909

Gronemann, Walter, Auf dem Weg durch die Zeiten. Aus der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Hörde, Dortmund 1989